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Der
Bericht stammt aus einer Handschrift der Nürnberger Staatsbibliothek:
Sig.: Nor, K. 444 (nach 1539). Im Gegensatz zur folgenden Darstellung ist
der originale Text nicht strukturiert aufgegliedert, sondern sehr eng
geschrieben.
Schemparts Scharmützel - 1503
.. beschehen
Es haben sich alle mahl Die so im Schempart geloffen, Vermumet, Das
auch Redtlich bewisen, das Nimandt Jnn der Statt, sich mit einem
Schempart, Ohne erlaubnuß eins Erban Raths, hette Dörffen
Vermumen, Allain Die Haubtleuth, Vnnd Jhre Zugehöringen,
Dann wo einer auserhalb Jhren, bey Tag oder nacht betretten, wurden
Jhnen Die Schempartt abgerissen, Vnnd darzu Jbel gehalten,
Nun warn Dazumal Vil Junger Kauffleuth, Vnnd Reiche Wallonen hier
weliche sich Vnter Die Geschlechter, Jnn Schempart mit mengeten,
gaben für, wann sie mit Jhnen Jnn Erbare Heuser Khemen, theten sieh
alle mahl Die Geschlechter auffzuerkhenen müsten sie allß
Vnbekhanndte hinder der Thüer Stehen,
Jn Summa si Richteten Jnen, Ein sondere Herrliche Faßaht zu, Doch
alles Haimlich, Vnnd war dises einem Grosen Türckischen Kayser, Jnn
seiner Forme Vnnd habit, Von Golt, Sammet Vnnd Seidten, auff guet
Türckhisch wolbeklaidtet, Der Hette seine aigne Reuthent Diener,
warn biß Jnn Die 60. Türckhen, alle Jnn Cremisin sei den, ettlich
Jnn ganntz Gulten Stuckh, Vnnd Köstlichen Vergulten Saiblen, Vnnd
Lanngen Spiesen, mit fennlein,
Auch wurden hinden hinnach geführet, ettliche Pferdt, deren Fannen
gleich zugerichtet, Die Drugen Köstliche Thruhen, Darinen Ring,
Cleinoth, Von Golt, Edlem gestainen Vnnd Perlein, ettlich Taussent
gulten werdt, Jtem (f. 103r) Von Gultenen, Sammet, Damaßck,
Altlaß, Vnnd andern seiden gezeig Stuckhen,
Jnn Summa Die Khauffleuth Vnd Walonen, hatten alle Jhre Khauffman
Schatz zusammen gedragen, Dann es warn die fürnemesten mainstes
thail darunder Vermumet,
Auch warn zu gegen allerhandt Posaunen, Trumeln, Vnnd andern
Geschell, gleich als wenn ein Khünig, Fürst, Oder groser
Pottendtat ein geritten Kheme, Der gleichen Jnn Nürmberg nicht
gesehen wordten,
Samleten sich für der Statt, Vnnd zogen zum Spittler Thor, Jber den
Marckh, für das Rathauß, da Ein Erbarer Rath. ein ganntz Stundt
Jhrer zuGunßt fleißig besichtigten.
Da hilt der Türckisch Kayser, mit seinen Lauffenten, Vnnd
Reuttenden Dienern, Vor der Loßung Stuben. Da Khamen die dragenden
Pferdt, ein guette Summa, mit iren Schönen Truhen, Vnnd Köstlichen
Güettern, was wurdt alles auff lanngen Daffeln, mit Köstlicher
Tapezerey, Jberdegt, darauff außgelegt Darmit sie dem Türckischen
Kayser Verehrten Das alles mit groser Reuerentz, Neigung, Vnnd
Buckhung eines Erbarn Raths, so damalß ein wenig bey seidts nahet
bey dem Rath Hauß stundten,
alß es nun schier zum Enndt lannget, Vnnd sie Jhrn Köstlichen
Geschmuckh seiner Statt zur gehörig ein gelegt, Da hetten Des
Schempartts Haubtmener, mit andern Jhren außphern/, dann der
Schempart war Versamlett ein gelauffen, Jnns Steffans Baumgarttners
behaußung am Marckh, Vnnd yber sahen, (f. 103v) denn ganntzen
einzug diser Hanndtlß Leuth/.
Darumb schickhten sie ainen, Soldtner zu Jhnen zuerfragen, wohero
sie gewald hetten, solches an Faßnaht tag anzurichten, Die weiln
Jnen Allain, der Schempart, Von einem Erbarn Rath erlaubt, Von den
Flaischhackern Vmb Jhr Gelt bestandten,
auß Hochmuth gaben die Stoltzen Kremer für, Vnnd zur Anttwordt,
wem sie Rechenschafft Darumb zu thun schuldtig wern /
Da stundte Sigmundt Pfintzing, Vnd Pertolt Strobl des Schemparts
(Haubtleuth) auff der Wardt,
Lieben gesellen, Dieweil Diese, Vnns Vnsern Schempart, Die wir Teuer
bestanden, Vnnd Vmb unser Gelt, Darein bekleidtet Vernichtigen,
allain auß Jber muth, auch ohne Wisen Vnnd willen, eines Erbarn
Raths, seit alle frisch, wir wöllen sie Butzen Vnnd Stecht sie
Waidtlich Von den Pferdten,
wolten sie uns zu Starckh sein. Vnnd sich gegen uns wehren, so
laufft unsrer Stuben zu, Darinen wöllen wir unns wol beschutzen,
Vnnd Jhr in Rauen Klaidern, Laufft zuuor maht raum Vnder Dem Volckh,
beharrt biß sie alle zusammen Khummen,
Allß Dann hauet Vnnd Stechtet sie Von den Pferdten wie ir möcht,
es sindt Vil Wallen Vnder inen, Die haben Kein Hertz, Die Rauen
Klaider Loffen Vor, der Schempart bey ein ander Schnell auff sie,
Von solchen Rauen Klaidern Pfeiffen Trummeln, Vnnd geschell, gab es
einen Krausamen Hall,
Da wurdten Von den Strattisten, ein solches zu sammen flühen, mit
irem Pferdten Vnnd anderm, eins (f. 104r) thails Raumbten zusammen,
dz nichts zu schaden Kheme,
es warn irer bey. 10. Jnns Wolffs Hallers Hauß, Vielen Von dem
Pferden, Lüffen der Stiegen zu, andere an andern Ordten, aber Die
Herrn einß E. Raths wurdten, Erzürnet Jber die Schempart, Jnn
sonnderhait Herr Endres Tuecher Lüff Vnter die Schempart, Riß Vnnd
Stiß, einen da, den andern Dort, mir wardt auch ein gueter Buff,
auff mein Achßel,
Jnn dem Khumbt ein Schempart zu mir, ergreyfft mich bey meiner
handt, es Stundten noch 5 Türekische Reüter an diese setzten wir,
Die zwen Raumbten die Settel, bald Loffen der Apodecken zu, bey dem
Predigern, Die andern Drey entritten Vnns auff den Milligmarckh, mir
eulten Jhnen nach, Vnnd Jaugten, sie zum Thiergärttner Thor
hinauß,
Darnach Loffen wir den Milligmarckh herab der Drinckhstuben zu, da
fundten wir die andern bey ein ander. Zaigten ein ander Jhr
Handtlung an,
Jch wardt müht, nam allso mein Haimweg, Luff Vnden durch die
Waggaßen, Dann sie Vil gerottet hetten, bey den Schönen Brunen,
hette sich ein Böß Rott Versamlet, schrien zu mir hiesen die
Schempart Vnnütze Lotter, hetten denn gueten Leuthen Vnreht gethan,
Jch Schwanng mein spieß gab Kein Anttwordt, maht wol Lauffns.,
Drollet mich haim,
Zwu stundt nach meinem ab gehen Kam auff die Drinckh Stuben, der
Jungst Burgermaister, Der Pfender, Marx sein Diener, mit ettlichen,
Statt Khnechten, auch ein Canntzlist, auß der Canntzley,
beschloßen die (f, 104v) Stuben,
foderten baide Haubtleuth, gebotten Jhnen, Vnd allen so da zumal
auff der Drinckhstuben waren, Die Schempart ab zu thun, Vnnd sich
ein ieder zu erkhennen zu geben, wer er were / Der wurdt auff
geschrieben,
auff den dritten tag hernach, wurdten alle so da zu mahl, Jhm
Schempart geloffen, Durch Den Jüngern Burgermaister der da zu mal
Jhm Ambt ware, angeschriben worden, er fordert für ein E. Rath,
Denen Wurdt, ein Scharpffe Redt gethann, Vnnd auß Gnaden, wurde
irer Aller, Drey tag auff den Thurn Vergeßen, Doch Des genossen,
Das Die andern Jn Türcksche Ristung Jhr Mummerey, Ohne Vorwissant
eines E. Raths hetten gehanndlet /.
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